Liebesgedichte

Liebesgedichte haben eine uralte Geschichte und sind bis heute eines der besten Wege um seine Liebe gegenüber einer anderen Person auszudrücken. Besonders heute sind Liebesgedichte eine sehr gute Wahl, da wir hauptsächlich nur noch kurze und knappe WhatsApp Nachrichten gewöhnt sind und keine romantische Lyrik mehr. Ein paar liebliche, süße und gut formulierte Sätze schaffen da echt eine Abwechslung, bleiben dem Zuhörer lange im Gedächtnis und lassen dich authentisch wirken.

Liebesgedichte für mein Schatz

Wenn jemand schon einmal ein Liebesgedicht für dich geschrieben hat, dann weißt du, wie unglaublich schön sich das anfühlt. Es gibt kaum ein persönlicheres Geschenk, das wirklich von Herzen kommt. Der beste Moment ist, wenn du das Gedicht zum ersten Mal liest. Dir wird gleich bewusst, wie viel Zeit, Mühe und natürlich Liebe der Verfasser investiert hat, um seine Gedanken über dich zusammenzufassen und in lyrischer Form zu präsentieren. Du bemerkst viele deiner Eigenschaften und Charakteristika, die den Verfasser tief beeindrucken und die er bewundert, derer du dir selbst jedoch nie wirklich bewusst warst. Von jemandem in diesem Sinne verehrt zu werden, ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl.

Immer Liebe

Jede Sekunde, jede Minute, 
jede Stunde, jeder Tag
jede Woche, jeder Monat
jedes Jahr ohne dich, ist,
als wär ich nie geboren worden,
als würde ich nicht existieren.
Du machst mich komplett.
Du bist der Grund, warum ich lebe.
Ich brauche dich! Ich liebe dich!

>

Unbekannt

Es ist Nacht

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält’s nicht aus,
hält’s nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu deinem hinein.

Ddort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

Christian Morgenstern

Ich liebe dich

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss;
Ich liebe dich, weil ich nichts anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelschluss;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann.
Dich lieb’ ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich lieb’ ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich lieb’ ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich lieb’ ich, weil dich lieben ist mein Sein.

Friedrich Rückert

Die Liebe

Liebe – sagt man schön und richtig –
ist ein Ding, was äußerst wichtig.
Nicht nur zieht man in Betracht,
was man selber damit macht,
nein, man ist in solchen Sachen
auch gespannt, was andere machen.

Wilhelm Busch

Liebeserklärung

Es gibt so viel was ich an dir liebe.
Da wären dein Lachen,  dass mich aufbaut und
deine warmen Hände die mir Kraft geben.
Deine Augen, in denen ich mich jedes Mal verliere,
deine Gefühle für mich, die mich jedes Mal übermannen.
Deine Lippen, wenn sie mich küssen und alles an dir.
Du bist das Wichtigste auf der Welt für mich und das Beste,
was mir je passiert ist!

Unbekannt

So schön

Du bist mein Licht,
Du bist mein Halt.
Ich liebe Dich,
und Deine Gestalt.
Nichts kann schöner sein,
als Dein Gesicht.
Nichts ist so gut und rein,
wie Dein Mund es verspricht.
Und wenn ich einmal gehen muss,
dann bitte ich Dich,
ganz egal was geschieht,
vergiss mein nicht.
Egal wie weit die Zeit mich trägt,
mein Herz ist immer voll von Dir.
Dein Antlitz lebt in meinem Blick,
so bist Du immerfort bei mir.

Unbekannt

Du & Ich

Mit einem Koffer ohne Geld,
möcht ich mit dir rund um die Welt,
bauen uns eine neue Zukunft auf,
und lassen unsrer Liebe freien Lauf,

Spielen, essen, trinken toben
und werden uns dann noch verloben.
An einem ruhigen, schönen Ort,
geben wir uns dann das Ja-Wort.

Kinder werden wir später kriegen,
und diese wie uns selber lieben.
Gemeinsam alt werden ist das Ziel,
lass es beginnen, unser Liebesspiel!

Unbekannt

Mehr als Liebe

Nichts und niemand soll uns trennen.
Nichts und niemand kann uns finden.
Ganz egal wer es versuchen mag,
unsere Liebe kann niemand überwinden.
Wir sind unerreichbar für jeden und alles.
Nichts und niemand hält uns auf.
Wir beide sind ein Ganzes,
und unsere Liebe nimmt ihren Lauf.
Wir lieben bis zur Ewigkeit,
vollkommen und ganz tief.
Ein Leben scheint für uns zu kurz,
Diese Liebe ist unantastbar intensiv.

Unbekannt

Ewigkeit

Für wen bist Du wichtig, für wen bedeutest Du was?
In wirklich harten Zeiten sieht man das.
Man sieht die all die Lügen, aber auch jene Menschen
die sich um Dich sorgen und die für Dich kämpfen.

Oft ist es nicht leicht, die Wahrheit zu finden,
wenn Hoffnung und Kraft mit der Zeit langsam schwinden.
Doch höre nicht auf die Liebe zu suchen, zu keiner Zeit!
Denn meine Liebe für Dich ist für die Ewigkeit.

Unbekannt

Ich bin verliebt

Verliebt in Deiner Stimme Klang
so schön wie Nachtigalls Gesang
Liebesworte aus Deinem Mund
ein Versprechen tut er damit kund
Verzaubert von Deinen tiefbraunen Augen
die zur Lüge niemals taugen
hab ich doch darin gesehen
wir werden niemals auseinander gehen!

Unbekannt

Für meinen Schatz

Für meinen Schatz,
Danke, dass du immer für mich da bist…
Danke, dass es dich gibt…
Danke, dass du an meiner Seite bist…
Danke, dass du mich nie im Stich lässt…
Danke für deine Güte, Herzlichkeit, Wärme und Liebenswürdigkeit
– und vor allem Danke, dass du mich liebst

Unbekannt

Du bist

Du bist die Sonne, die nicht untergeht,
Du bist der Mond, der stets am Himmel steht;
Du bist der Stern, der, wann die andern dunkeln,
Noch überstrahlt den Tag mit seinem Funkeln.
Du bist das sonnenlose Morgenrot;
Ein heit’rer Tag, den keine Nacht bedroht;
Der Freud’ und Hoffnung Widerschein auf Erden –
Das bist du mir, was kannst du mehr noch werden

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Dieses Gefühl

Wie ein wildes Flattern,
lebendig und bunt,
so fühlt es sich an,
wenn ich küss Deinen Mund.
In mir fühle ich Schmetterlinge,
sie kribbeln und kitzeln bei jedem Blick.
Ich kann kaum noch von Dir lassen,
Du bist mein Glück und mein Geschick.
Das bunte Wirbeln lässt mich taumeln,
alles treibt mich zu Dir hin.
Ich schließe langsam meine Augen,
und stell mir vor, dass ich bei Dir bin.
Die Schmetterlinge sollen fliegen,
ich wünschte mir, für alle Zeit.
Nichts soll uns jemals trennen,
bis in die Ewigkeit.

Unbekannt

Tage

Tag eins: ganz nett..

Tag zwei: adrette?

Tag drei: ein Traum!

Tag vier: Ich fass es kaum!

Tag fünf: Welch Engelshaar!

Tag sechs: Für immer – ein Paar.

Unbekannt

Was Liebe ist

Manchmal ist Liebe qualvoll,
manchmal schmerzhaft,
manchmal unberechenbar, aber nur,
wenn man nicht weiß, wie man mit ihr umgehen soll.
Manchmal ist Liebe bewundernswert,
großartig und einfach wertvoll, aber nur,
wenn man wie ich einen so wundervollen Menschen gefunden hat,
wie dich! Schatz – Ich liebe dich über alles!

Unbekannt

Nur Du

Weißt du was man Liebe nennt?
Weißt du wie es ist, wenn jemand sein Herz verschenkt?
Weißt du wie es ist, wenn man jemand total gern mag?
Und vermisst, Tag für Tag?
Weißt du wie es ist, wenn man sich sehnt nach seinem Kuss?
und nur an die eine denken muss?

Ich weiß jetzt, was man Liebe nennt,
denn an dich hab ich mein Herz verschenkt.
Du bist die, die ich total gern mag.
Dich vermiss ich Tag für Tag!
Wie oft sehn’ ich mich nach deinen Kuss?
Du bist die an die ich ständig denken muss!

Unbekannt

Augenblick

Jetzt in diesem Augenblick
ohne Gedanken an Zukunft
wird die Sekunde kürzer als ein Flügelschlag.
Während Sterne vom Himmel fallen
und du mich küsst, löst sie sich auf
und kommt als Welle auf den Meeren
als Minute zurück.

Friedrich Schiller

I Thought of You

I thought of you and how you love this beauty,
And walking up the long beach all alone
I heard the waves breaking in measured thunder
As you and I once heard their monotone.

Around me were the echoing dunes, beyond me
The cold and sparkling silver of the sea —
We two will pass through death and ages lengthen
Before you hear that sound again with me.

Sara Teasdale

SMS

Ich sende Dir ein kleines Gedicht,
das über unsere Gefühle spricht.
Es sagt nur kurz: Ich liebe Dich.
Denn mehr zu sagen gibt es nicht.

Unbekannt

Verloren in Dir

Ich bin verloren in dir,
kein Funke mehr von mir.
Hab mich mein selbst verloren,
nur noch du in all meinen Poren.
Jeder Gedanke dreht sich um dich
schließe ich die Augen,
seh ich nur dein Gesicht.
Wach auf und danke Gott dafür,
das ich dir gehör und du mir.
Jeder Tag ist wie ein Versprechen und
ich würde es niemals brechen.
Werd bei dir sein, Tag wie Nacht,
dich beschützen mit all meiner Macht.
Dir einfach alles geben, wenn es sein muss
sogar mein eigenes Leben. Denn so sollte Liebe sein,
nur du und ich, wir gehören uns ganz allein.

Unbekannt

Enough

It is enough for me by day
To walk the same bright earth with him;
Enough that over us by night
The same great roof of stars is dim.

I do not hope to bind the wind
Or set a fetter on the sea –
It is enough to feel his love
Blow by like music over me.

Unbekannt

Wie ich Dich liebe

Liebesgedichte gibt´s wie Sand am Meer,
doch keines drückt es aus so sehr,
was ich für Dich so alles hege,
und das so lange ich noch lebe!

So muss ich dir halt selber eins schreiben,
ich versuche auch nicht zu übertreiben,
um dir zu sagen, was du für mich bist,
damit du das auch nie vergisst!

Du bist für mich der größte Held,
der schönste Mann auf dieser Welt!
Ich möchte für immer mit dir zusammen sein,
und nie wieder mich fühlen allein!

Unbekannt

Anders als die Anderen

Du bist anders als die anderen.
Mit Dir kann ich durch meine Gedanken wandern,
mit Dir kann ich weinen und auch lachen,
aber auch total verrückte Dinge machen.
Ich liebe Dich von ganzem Herzen,
bitte bereite mir niemals Schmerzen.
Du bist der tollste Mensch auf Erden,
mit Dir möchte ich glücklich werden!

Unbekannt

Wahre Liebe

Ach, hätten meine Augen die Deinen nie gesehen,
dann könnte ich jetzt ganz ruhig an Dir vorbei gehen.
Hätten Deine Hände die meinen nie berührt,
dann wüsste ich nicht, wie man auf Erden wahre Liebe spürt.
Wohin ich auch sehe,
ich sehe überall nur Dein Gesicht,
denn bremsen kann man Gefühle und wahre Liebe nicht.

Unbekannt

Mit Dir

Mit dir lachen
und den Frühling sehn.
Mit dir reden
und ein Stück gemeinsam gehn.
Mit dir hoffen
unsere Zeit geht nie vorbei.
Mit dir wissen
es gibt nur uns und wir sind frei.
Mit dir warten
auf das Ende unserer Nacht.
Mit dir lieben
bis das Gefühl uns schwindling macht.

Mit dir leben
für jeden Augenblick.
Nur mit dir.

Unbekannt

Du

Du bist mein Gestern, Heute, Morgen,
die Zeit verschmilzt im Augenblick.
Du bist für mich geboren,
ich lebe nur durch Dich.
Unsere Seelen sind verwoben
in Eins und Allem.
Mein Schicksal ist an Dich gebunden,
ich bin nicht ohne Dich.
Gemeinsam durchschreiten wir die Zeiten
von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Unbekannt

So kann Liebe sein

Möchte endlich in deinen Armen einschlafen,
möchte die ganze Nacht über dich wachen,
möchte deinen Atem hören und für immer und ewig dir gehören,

Wenn du neben mir einschläfst, dann beobachte ich dich
und sage ganz leise: “Ich liebe Dich.”
Ich küsse zärtlich deine Stirn, streichle langsam dein Gesicht,
lege mich in deine Arme, tiefumschlungen liegen wir im Mondscheinlicht.

Wenn der Morgen erwacht und ich die augen aufmach,
zauberst ein Lächeln auf mein Gesicht, weil du mein Sonnenschein bist.

Unbekannt

Ich liebe dich !

Ich habe Dich gesehen,
da ist es um mich geschehen.
Ich konnte nicht wieder stehen,
ich musste einfach zu Dir gehen,
wir lernten uns lieben,
seitdem könnte ich fliegen.
Wir hatten auch mal schwere Zeiten,
doch überwogen stets die schönen Seiten.
Wir haben uns auch gestritten,
und beide sehr darunter gelitten.
Ich sage es jetzt kurz in einen Satz,
Du bist mein allerliebster Schatz.
Und ob du es glaubst oder nicht.
Noch immer LIEBE ICH DICH!

Unbekannt

Tag und Nacht

Tag und Nacht gibt‘s nur dich.
Mein Stern, mein Held, mein Traum.
Für dich, jeden Morgen ein Gedicht,
dass du mich ja nicht vergisst!
Denn ich liebe dich!

Unbekannt

Mein

Meine Augen lieben Dein Gesicht,
meine Hände Deine Haut,
meine Lippen Deinen Mund,
meine Nase Deinen Duft,
meine Ohren Deine Stimme.
Mein Körper liebt Deine Wärme,
mein Herz Deine Unschuld,
Dein kindhaftes Glück.
Das alles und all
das Ungesagte meine ich,
wenn ich Dir sage:
Ich liebe Dich.

Unbekannt

Kurze Liebesgedichte

Ein Liebesgedicht bekommt zusätzlich eine ganz wichtige Bedeutung, wenn der Verfasser dem Beschenkten seine Liebe vorher noch nicht gestanden hatte. In diesem Fall ist das Gedicht einerseits natürlich mit Liebe und Bewunderung geschrieben, andererseits aber auch mit Sehnsucht und Hoffnung. Die Gefühle des Verfassers sind so stark, dass er sie nicht mehr für sich behalten möchte und den großen, und zuweilen sehr mutigen, Schritt geht, diese der geliebten Person mitzuteilen. Für den Verfasser hängt von diesem Liebesgedicht seine Zukunft ab.

Liebe

Die Liebe, wenn sie neu,
braust wie ein junger Wein:
Je mehr sie alt und klar,
je stiller wird sie sein.

Angelus Silesius

Amors Pfeil

Amors Pfeil hat Widerspitzen.
Wen er traf, der laß’ ihn sitzen,
Und erduld’ ein wenig Schmerz!
Wer geprüften Rat verachtet,
Und ihn auszureißen trachtet,
Der zerfleischt sein ganzes Herz.

Gottfried August Bürger

Sonnenschein

Du bist mein einziger Sonnenschein,
spendest mir Licht zur Nacht und zu Tag,
niemals lasse ich dich allein,
weil ich dich immer bei mir haben mag.

Unbekannt

Die Sonne scheint für uns so hell

Die Zeit mit dir mit dir vergeht so schnell,
die Sonne scheint für uns so hell,
mit uns beiden ist es schön,
ich möchte immer mit dir gehen

Unbekannt

Wahre Liebe

Ich gebe alles in deine Hand,
und schwör auf unsren Liebesband,
dass ich dich lieben und ehren mag,
Stunde für Stunde, Tag für Tag!

Denn Du bist das wichtigste für mich,
möchte dich tragen auf einem Samtteppich,
dich beschützen und begleiten,
in guten wie in schlechten Zeiten!

Unbekannt

Ich Liebe dich

Komm her und setz dich nieder auf meinen Schoß,
weil ich dir was erzählen muss,
denn meine Liebe zu dir ist so groß,
dass ich sie dir nun schenke mit einem Kuss.

Unbekannt

Mein Schatz

Ich kann es sagen, mit einem Satz,
du bist für mich der größte Schatz,
der größte Schatz bist du für mich,
denn über alles liebe ich Dich,
Dich, der du bist mein größter Schatz,
schon zu Ende ist dieser Satz!

Unbekannt

Nur Du

Wörter beginnen mit A, B, C
Zahlem beginnen mit 1, 2, 3
Musik beginnt mit Do, Re, Mi
aber Liebe beginnt mit Dir.

Unbekannt

Gefunden

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie deine Äuglein schön.

Johann Wolfgang von Goethe (abgeändert)

Opfer der Liebe

Das Opfer, das die Liebe bringt,
Es ist das teuerste von allen;
Doch wer sein Eigenstes bezwingt,
Dem ist das schönste Los gefallen.

Johann Wolfgang von Goethe

Ich bin mir meiner Seele

Ich bin mir meiner Seele
In Deiner nur bewusst,
Mein Herz kann nimmer ruhen
Als nur an Deiner Brust!
Mein Herz kann nimmer schlagen
als nur für dich allein.
Ich bin so ganz dein eigen,
so ganze auf immer dein.

Theodor Storm

Große Liebe

Meine Liebe zu dir ist unendlich groß,
sie ist stabil wie ein Baum,
sie schwimmt zu dir wie dichtendes Floß.

Unbekannt

Der Liebende seinem Mädchen

Leb wohl Du warst für mich der Sinn der Welt.
Ich sprach sie heilig, weil sie Dich geboren.
Ihr ganzer Wert war nur auf Dich gestellt
und ist mit Dir für immer verloren.

Christian Morgenstern

Wie die Blume ihre Blätter

Wie die Blume ihre Blätter
strecke ich meine Liebe nach dir aus,
bin deine Rose, Tulpe, Nelke,
bin dein großer Blumenstrauß.

Unbekannt

Schöne Zeit

O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
Der ersten Liebe goldne Zeit!
Das Auge sieht den Himmel offen,
es schwelgt das Herz in Seligkeit.
Oh, daß sie ewig grünen bliebe,
Die schöne Zeit der jungen Liebe!

Friedrich von Schiller

An die Liebe

Tochter der Natur,
Holde Liebe!
Uns vergnügen nur
Deine Triebe.
Gunst und Gegen-Gunst
Geben allen
Die beglückte Kunst
Zu gefallen

Friedrich von Schiller

Liebe lügt nicht

Zweifle an der Sonne Klarheit,
Zweifle an der Sterne Licht,
Zweifl’, ob lügen kann die Wahrheit,
Nur an meiner Liebe nicht.

William Shakespeare

Lieben ist Leben

So komme, was da kommen mag
solange du lebst, ist es Tag
Und geht es in die Welt hinaus
wo Du mir bist, bin ich zu Haus.
Ich seh’ Dein liebes Angesicht
ich seh’ die die Schatten der Zukunft nicht.

Theodor Storm

Ewige Liebe

Die Liebe hemmet nichts;
Sie kennt nicht Tür noch Riegel
Und drängt durch alles sich:
Sie ist ohn’ Anbeginn,
Schlug ewig ihre Flügel
Und schlägt sie ewiglich.

Theodor Storm

Liebe hat zwei Seiten

Wer liebt, der hat nicht mehr die Wahl,
ob Liebesglück oder auch Qual,
ob Freude nur oder auch Tränen –
Wie die Liebe ist, so müssen wir sie nehmen!

Unbekannt

Sonnengruß

Ich sitz hier auf ‘nem Sonnenstrahl,
den schick ich Dir und grüß Dich mal!
Mit solch kleinem Sonnengruß,
wird dein Tag ganz zuckersüß!

Unbekannt

Verzweiflung

Bitte, gib mir doch ein Zeichen,
ob du ahnst, was ich empfinde,
ein kleiner Wink würde schon reichen,
damit ich wieder Ruhe finde
und all die Zweifel in mir weichen.

Wolf Dietrich

Lieben ist Leiden

Es gibt nicht Liebe ohne Leiden –
nun, da bleib ich ganz bescheiden,
von der Liebe halte ich mich fern,
nur mit Dir – da leid’ ich gern!

Unbekannt

Ich denke an Dich

Wenn du in den Himmel schaust
und vorbei ein Sternchen saust,
drück es, küss es, denk an mich,
denn das Sternchen, das bin ich.

Unbekannt

Verliebt

Die ganze Welt soll es wissen:
Ich bin verliebt in dich,
nie mehr möchte ich dein Nähe missen,
denn deine Nr. 1, die bin ich!

Unbekannt

Lust

Ich weiss es doch, und glaub’ es kaum,
So wunderbar ist mir:
Ich geh’ am Tag als wie im Traum
Ob all der Lust an dir.

Und doch im tiefsten Traum ist mir
So hell und sonnenklar,
Dass nur ob all der Lust an dir
Die Welt so wunderbar.

Johann Georg Fischer

Liebe

Es ist ein Glück zu wissen, daß du bist,
Von dir zu träumen hohe Wonne ist,
Nach dir sich sehnen macht zum Traum die Zeit,
Bei dir zu sein, ist ganze Seligkeit.

Otto Julius Bierbaum

Tiefe Liebe

Auch wenn wir über den Wolken schweben,
werd’ ich dir meine Liebe geben.
Denn sie ist tief, mein Herz nur Dein –
ach könnten wir doch Engel sein.

Unbekannt

Alles ist Liebe

Alles, was die Welt uns schenket,
Nimmt die Welt, wenn wir vergehn:
Liebe nur bleibt ewig stehn,
Lieb’ ist, die kein Sterben kränket,
Liebe bricht durch Grab und Tod,
Liebe tritt mit uns vor Gott.

Andreas Gryphius

Klassische Liebesgedichte

Liebeslyrik ist so alt wie die Menschheit selbst und bis heute kann man zahlreiche Liebesgedichte von vor der Zeitenwende über die Antike zum Mittelalter nachlesen und darüber staunen, dass wir mit den Menschen damals doch mehr gemeinsam haben, als wir denken. Denn der Inhalt von bekannten Liebesgedichten, wie dem “Mailied” von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1775, “Du bist mein, ich bin dein” aus dem Mittelalter oder “Die Liebe” von Gotthold Ephraim Lessing aus dem Jahr 1771, kann heute genau so gut nachvollzogen werden wie damals. Die Liste von bekannten deutschen Dichtern von Liebesgedichten ist lang und beinhaltet unter Anderem Wilhelm Busch, Hermann Hesse, Joseph von Eichendorff und Heinrich Heine.

Flamme der Liebe

Wohl zehrt an mir der Krankheit Qual,
Dünn wird mein Haar, mein Antlitz fahl,
Du aber loderst noch wie vor
In tiefster Brust mir hell empor,
Flamme der Liebe!

Ob welkend auch, der Jahre Raub,
Der Leib dahinsinkt, Staub zum Staub:
Dich nähren, stockt das träge Blut,
Der Seele Mark, des Geistes Glut
Flamme der Liebe!

Du stirbst nicht, zieht der Geist auch aus
Aus seinem morschen Erdenhaus;
Du hüllst noch in Verklärungsschein
Den Heimberufnen leuchtend ein,
Flamme der Liebe!

Du stürzest mit ihm licht und hehr
Dich in das ew’ge Strahlenmeer,
Wo jede Welle, die da schwillt,
Wo jeder Tropfen, der da quillt,
Flamme der Liebe!

Friedrich Halm

Ich habe dich so lieb

Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
eine Kachel aus meinem Ofen schenken.
Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
leuchtet der Ginster so gut.
Vorbei–verjährt–
doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
ist leise.
Die Zeit entstellt alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.
Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache in einem Sieb.
Ich habe dich so lieb.

Joachim Ringelnatz

Die Liebe

Die Liebe hat gelogen,
Die Sorge lastet schwer,
Betrogen, ach, betrogen
Hat alles mich umher!

Es rinnen heiße Tropfen
Die Wange stets herab,
Laß ab, laß ab zu klopfen,
Laß ab, mein Herz, laß ab!

August Graf von Platen

Ja, du bist mein!

Ja, du bist mein!
Ich will’s dem blauen Himmel sagen,
Ich will’s der dunklen Nacht vertraun,
Ich will’s als frohe Botschaft tragen
Auf Bergeshöhn, durch Heid und Aun.
Die ganze Welt soll Zeuge sein:
Ja, du bist mein!
Und ewig mein!

Ja, du bist mein!
In meinem Herzen sollst du leben,
Sollst haben, was sein Liebstes ist,
Du sollst, von Lieb und Lust umgeben,
Ganz fühlen, daß du glücklich bist.
Schließ mich in deine Arme ein!
Ja, du bist mein!
Und ewig mein!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Seit ich ihn gesehen

Seit ich ihn gesehen,
glaub’ ich blind zu sein;
wo ich hin nur blicke,
seh’ ich ihn allein.
Wie im wache Traume
schwebt sein Bild mir vor
taucht aus tiefstem Dunkel
heller nur empor.

Sonst ist licht- und farblos
alles um mich her,
nach der Schwestern Spiele
nicht begehr’ ich mehr.
Möchte lieber weinen
still im Kämmerlein;
seit ich ihn gesehen,
glaub’ ich blind zu sein.</p

Adalbert von Chamisso

Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
in Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
der Staub sich hebt;
in tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
der Wanderer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfen Rauschen
die Welle steigt;
im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

Johann Wolfgang v. Goethe

Du meine Seele

Du meine Seele, du mein Herz,
du meine Wonne, o du mein Schmerz,
du meine Welt, in der ich lebe,
mein Himmel du, darin ich schwebe,
o du mein Grab, in das hinab
ich ewig meinen Kummer gab!
Du bist die Ruh’, du bist der Frieden,
du bist der Himmel, mir beschieden.
Daß du mich liebst, macht mich mir wert,
dein Blick hat mich vor mir verklärt,
du hebst mich liebend über mich,
mein guter Geist, mein bessres Ich.

Friedrich Rückert

Eins und alles

Meine Liebe ist groß
wie die weite Welt,
und nichts ist außer ihr,
wie die Sonne alles
erwärmt, erhellt,
so tut sie der Welt von mir!
Da ist kein Gras,
da ist kein Stein,
darin meine Liebe nicht wär,
da ist kein Lüftlein
noch Wässerlein,
darin sie nicht zög einher!
Da ist kein Tier
vom Mücklein an
bis zu uns Menschen empor,
darin mein Herze
nicht wohnen kann,
daran ich es nicht verlor!
Meine Liebe ist weit
wie die Seele mein,
alle Dinge ruhen in ihr,
sie alle, alle,
bin ich allein,
und nichts ist außer mir!

Christian Morgenstern

An Emma

Weit in nebelgrauer Ferne
Liegt mir das vergangne Glück,
Nur an einem schönen Sterne
Weilt mit Liebe noch der Blick;
Aber, wie des Sternes Pracht,
Ist es nur ein Schein der Nacht.
Deckte dir der lange Schlummer,
Dir der Tod die Augen zu,
Dich besäße doch mein Kummer,
Meinem Herzen lebtest du.
Aber, ach! du lebst im Licht,
Meiner Liebe lebst du nicht.
Kann der Liebe süß Verlangen,
Emma, kann’s vergänglich sein?
Was dahin ist und vergangen,
Emma, kann’s die Liebe sein?
Ihrer Flamme Himmelsgluth –

Stirbt sie wie ein irdisch Gut?

Friedrich Schiller

Unwiderstehlich schön

Unwiderstehlich schön stand sie in Rosenschatten
An ihre Grazien gelehnt,
Und, Lilien gleich, die sich mit Veilchen gatten,
Durch sanftern Reiz verschönt.
Er blieb, in himmlischer Wonne verloren,
Schwebend, sprachlos, halb vergöttert stehn;
Denn seitdem das Meer die Lust der Welt geboren,

Hatte noch kein Gott so reizend sie gesehn.

Christoph Martin Wieland

An eine kleine Schöne

Kleine Schöne, küsse mich.
Kleine Schöne, schämst du dich?
Küsse geben, Küsse nehmen,
Darf dich jetzo nicht beschämen.
Küsse mich noch hundertmal!
Küß und merk der Küsse Zahl.
Ich will dir, bei meinem Leben!
Alle zehnfach wiedergeben,
Wenn der Kuß kein Scherz mehr ist,
Und du zehn Jahr älter bist.

Gotthold Ephraim

Woher sind wir geboren

Woher sind wir geboren?
Aus Lieb’.
Wie wären wir verloren?
Ohn’ Lieb’.
Was hilft uns überwinden?
Die Lieb’.
Kann man auch Liebe finden?
Durch Lieb’.
Was lässt nicht lange weinen?
Die Lieb’.
Was soll uns stets vereinen?
Die Lieb’.

Johann Wolfgang von Goethe

Mein Herz, ich will dich fragen

Mein Herz, ich will dich fragen,
Was ist denn Liebe? Sag!
„Zwei Seelen und ein Gedanke,
Zwei Herzen und ein Schlag!“
Und sprich, woher kommt Liebe?
„Sie kommt und sie ist da!“
Und sprich, wie schwindet Liebe?
„Die war’s nicht, der’s geschah!“
Und was ist reine Liebe?
„Die ihrer selbst vergisst!“
Und wann ist Lieb’ am tiefsten?
„Wenn sie am stillsten ist!“
Und wann ist Lieb’ am reichsten?
„Das ist sie, wenn sie gibt!“
Und sprich: Wie redet Liebe?
„Sie redet nicht, sie liebt!“

Friedrich Halm

Liebesgeständnis

Leise hör ich dich rufen
in jedem Flüstern und Wehn.
Auf lauter weißen Stufen,
die meine Wünsche sich schufen,
hör ich dein Zu-mir-gehn.

Jetzt weißt du von dem Gefährten,
und dass er dich liebt … das macht:
Es blühen in seinen Gärten
die lang vom Licht gekehrten
Blüten, blühn über Nacht …

Rainer Maria Rilke

Glück

Wie jauchzt meine Seele
Und singet in sich!
Kaum, dass ich’s verhehle,
So glücklich bin ich.

Rings Menschen sich drehen
Und sprechen gescheut,
Ich kann nichts verstehen,
So fröhlich zerstreut. —

Zu eng wird das Zimmer,
Wie glänzet das Feld,
Die Täler voll Schimmer,
Weit herrlich die Welt!

Gepresst bricht die Freude
Durch Riegel und Schloss,
Fort über die Heide!
Ach, hätt ich ein Ross! —

Und frag ich und sinn ich,
Wie so mir geschehn: —
Mein Liebchen herzinnig,
Das soll ich heut sehn!

Joseph von Eichendorff

Lied der Toten

Leiser Wünsche süßes Plaudern
Hören wir allein, und schauen
Immerdar in sel’ge Augen,
Schmecken nichts als Mund und Kuss.
Alles, was wir nur berühren,
Wird zu heißen Balsamfrüchten,
Wird zu weichen zarten Brüsten,
Opfer kühner Lust.

Immer wächst und blüht Verlangen
Am Geliebten festzuhangen,
Ihn im Innern zu empfangen,
Eins mit ihm zu sein,
Seinem Durste nicht zu wehren,
Sich im Wechsel zu verzehren,
Voneinander sich zu nähren,
Voneinander nur allein.

Novalis

Ein Weib

Sie hatten sich beide so herzlich lieb,
Spitzbübin war sie, er war ein Dieb.
Wenn er Schelmenstreiche machte,
Sie warf sich aufs Bett und lachte.

Der Tag verging in Freud und Lust,
Des Nachts lag sie an seiner Brust.
Als man ins Gefängnis ihn brachte,
Sie stand am Fenster und lachte.

Er ließ ihr sagen: O komm zu mir,
Ich sehne mich so sehr nach dir,
Ich rufe nach dir, ich schmachte –
Sie schüttelt’ das Haupt und lachte.

Um sechse des Morgens ward er gehenkt,
Um sieben ward er ins Grab gesenkt;
Sie aber schon um achte
Trank roten Wein und lachte.

Heinrich Heine

Du und ich

Wunschlose Seligkeit
Strömt deine Nähe über mich.
Der Alltag wird zur Sonntagszeit,
Unsterblich schlingt das Leben sich
Um uns. Und Menschengöttlichkeit
Fühl’ ich bei dir durch dich.

Was einst gewesen, weiß ich kaum.
Die enge Welt wird weiter Raum.
Und Holz wird Eisen, Eisen Holz
Und Stolz wird Demut, Demut Stolz.
Gar wunderbare Weisen
Singt dann bei seinen Kreisen
Mein Blut im Paradies für mich.
Es haben alle Wünsche Ruh’, –
Ich weiß nicht mehr, wer bist dann du.
Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich.

Max Dauthendey

Komm zu mir

O wende nicht dich ab von mir
Mit Augen tränenschwer!
Zog schöne Freude mich zu dir,
So tut’s das Leid noch mehr.

Nicht frag’ ich, was die süsse Lust,
Der Stimme Klang dir nimmt:
Es ist die reiche Menschenbrust
Am leichtesten verstimmt.

O schweig’ nur still! Doch wenn ein Bann
Dich ungewohnt bezwingt,
Wenn, was dich sonst erfreuen kann
Mit holdem Schein, versinkt,

Wenn unter einer Seelenlast
Dein froher Mut entwich –
So komm zu mir zu stiller Rast
Denn sich – ich liebe dich

Marie von Najmájer

Neue Liebe, neues Leben

Herz, mein Herz, was soll das geben?
Was bedränget dich so sehr?
Welch ein fremdes, neues Leben!
Ich erkenne dich nicht mehr.
Weg ist alles, was du liebtest,
Weg, warum du dich betrübtest,
Weg dein Fleiß und deine Ruh –
Ach, wie kamst du nur dazu!

Fesselt dich die Jugendblüte,
Diese liebliche Gestalt,
Dieser Blick voll Treu und Güte
Mit unendlicher Gewalt?
Will ich rasch mich ihr entziehen,
Mich ermannen, ihr entfliehen,
Führet mich im Augenblick,
Ach, mein Weg zu ihr zurück.

Und an diesem Zauberfädchen,
Das sich nicht zerreißen läßt,
Hält das liebe, lose Mädchen
Mich so wider Willen fest;
Muß in ihrem Zauberkreise
Leben nun auf ihre Weise.
Die Verändrung, ach, wie groß!
Liebe! Liebe! laß mich los!

Johann Wolfgang von Goethe

Geheime Liebe

Unbeglückt muß ich durchs Leben gehen,
Meine Rechte sind nicht anerkannt;
Aus der Liebe schönem Reich verbannt,
Muß ich dennoch stets ihr Schönstes sehen!

Nicht die schwache Zunge darf’s gestehen,
Nicht der Blick verstohlen zugesandt,
Was sich eigen hat das Herz ernannt,
Nicht im Seufzer darf’s der Brust entwehen!

Tröstung such’ ich bei der fremden Nacht,
Wenn der leere lange Tag vergangen,
Ihr vertrau’ ich mein geheim Verlangen;

Ist in Tränen meine Nacht durchwacht,
Und der lange leere Tag kommt wieder,
Still ins Herz steigt meine Liebe nieder.

Clemens Brentano

Sehnsucht nach zwei Augen

Diese Augen haben um mich geweint.
Denk ich daran, wird mir weh.
Wie die mir scheinen und spiegeln, so scheint
Keine Sonne, so spiegelt kein See.

Und rührend dankten und jubelten sie
Für das kleinste gute Wort.
Diese Augen belogen mich nie.

Nun bin ich weit von ihnen fort,
Getrennt für Zeit voll Ungeduld.
Da träumt’s in mir aus Leid und Schuld:
Daß sie noch einmal weinen
Werden über meinen
Augen, wenn ich tot bin.

Joachim Ringelnatz

Du bist meinem Begehren

Du bist meinem Begehren ein Liebesfühlen,
Du bist meiner Brust eine süße Kühlung,
Du bist ein inniger Kuss meines Mundes,
Du bist eine fröhliche Freude meines Fundes!
Ich bin in dir und du bist in mir,
Wir können einander nicht näher sein,
Denn wir zwei sind ineinandergeflossen
Und in eine Form gegossen
Und bleiben so ewig unverdrossen.

Mechthild von Magedburg

Was ist ein Kuß?

Ein Wunder, ein Geheimnis ist der Kuß;
Denn wie des Morgenlandes Weisen sangen,
Die Lippe küßt, wohin das Herz sich neigt;
Ehrfurcht die Hände, Sklavendienst das Kleid,
Die Freundschaft auf die Wangen; auf die Stirne
Küßt tröstend Mitgefühl; doch auf die Lippen
Drückt Liebe ihren Kuß, wildloderndes
Verlangen auf das müd’ geschoss’ne Auge,
Und Sehnsucht haucht ihn seufzend in die Luft:
Noch mehr! Ein Kuß ist das, was ihr ihn schätzt;
Nichts, wenn ihr scherzt, und wenn ihr’s ernst meint, alles;
Er kühlt und glüht; er fragt und er gibt Antwort,
Er heilt und er vergiftet, trennt und bindet;
Er kann versöhnen und entzweien, kann
Vor Wonne töten, und kann Tote wecken.
Und mehr noch, mehr! Was könnte nicht ein Kuß?

Friedrich Halm

Du, mein Glück

Meine Seele, eine Taube,
Lang verflogen und verirrt,
Regt nun zwischen lauter Blüten
Auf dem schönsten Frühlingsbaume
Ihre Flügel leis vor Glück.

Du mein Baum voll lauter Blüten!
Du mein Glück! Du meine Ruh!
Meiner Sehnsucht weiße Taube
Regt die Flügel, regt die Flügel
Dir im Schoß. Süße! Süße!
Welch ein Wunder: Ich und du!

Otto Julius Bierbaum

Er verreist und denkt an sie

Schönes Kind, ich denk an dich,
Weil die Geigen klingen
Und im Herzen wunderlich
Stille Stimmen singen.

Schönes Kind, die Geige weiß,
Wie ich dich ersehne,
Darum klingt so schluchzend heiß
Ihre Kantilene.

Schönes Kind, mir bebt das Herz.
O, wie starr das Leben.
Und die Liebe ist der Schmerz

Otto Julius Bierbaum

Die Küsse

In Saloniki war es nicht,
Nicht war’s im schmucken Städtchen,
Im am Wlachenland liebt’
Ich einer Witwe Mädchen.

Jetzt schmückte, Mutter, schmück’ das Haus,
Und schmücke deinen Garten!
Die Tochter dein so hold und fein
Soll mich als Braut erwarten.

Sie hat die Lippen rosenrot
Gefärbt mit rotem Scheine;
Ich neige mich und küsse sie,
Und färbte auch die meinen.

In dreien Flüssen wusch ich sie
Und färbte rot die Flüsse,
Und färbte rot das Meer dazu
Durch ihre roten Küsse.

Emanuel Geibel

Fühle nur

Junge Hände halfen mich schmücken,
Alte Lippen segneten mich,
Leise rieselt die bräutliche Schleppe
Über die blumengeschmückte Treppe,
Und der Schleier fällt über mich.

Flüsternd stehn die Leute zur Seite –
Was sie reden, höre ich nicht.
Brausend schwillt mir die Orgel entgegen,
Und wie ein goldener Gottessegen
Streift die Sonne mein blaß Gesicht.

Tausend fromme Wünsche im Herzen,
Heil’ge Scheu im kindlichen Sinn,
Kniee ich still an der seligen Pforte
Unsres Glücks, und des Priesters Worte
Hallen ernst durch die Kirche hin.

Otto Julius Bierbaum

Brautgang

So halt’ ich endlich dich umfangen,
In süßes Schweigen starb das Wort,
Und meine trunk’nen Lippen hangen
An deinen Lippen fort und fort.

Was nur das Glück vermag zu geben,
In sel’ger Fülle ist es mein:
Ich habe dich, geliebtes Leben,
Was braucht es mehr als dich allein?

O, decke jetzt des Schicksals Wille
Mit Nacht und Welt und ihre Zier,
Und nur dein Auge schwebte stille,
Ein blauer Himmel, über mir!

Emanuel Geibel

So halt’ ich endlich dich umfangen

Einsam bist du? Sieh, die vielen Sterne
Stehn, ein Weltenkranz, ob deinem Haupte,
Und die Lindenbäume, Kronenträger,
Schicken ihre Düfte dir ins Zimmer.
Fühle nur! Saug ein und gib dich wieder!
Schmähe niemand, schmäh auch dich nicht selber!
Denk: du darfst auf dieser reichen Erde
Durch den sonnenvollen Weltraum fliegen,
Und dein Herz gehört auch zu den Sternen,
Die ein bißchen Licht und Wärme strahlen.

Anna Ritter

Liebesgedicht selber schreiben

Wer ein Liebesgedicht schreiben möchte, bekommt hier hilfreiche Tipps, die das Schreiben einfacher machen und garantieren, dass das Gedicht ein Volltreffer wird.
Zunächst solltest du dir bewusst werden, für wen du das Gedicht schreiben und was du derjenigen Person damit sagen möchtest.

Außerdem spielen Kreativität und Fantasie eine große Rolle bei der Verfassung eines Liebesgedichtes. Um diese anzuregen, hilft zunächst Brainstorming, damit Hemmungen und Befürchtungen, die eventuell zu kitschig zu klingen, abgelegt werden können. Denke dazu an die Person für welche du das Liebesgedicht schreiben möchtest und schreibe alles auf, was dir dazu einfällt. Schau dir eventuell auch andere Liebesgedichte von Dichtern an und lass dich von ihnen inspirieren, um ein Gefühl für die Liebessprache zu entwickeln.

In einem nächsten Schritt versuchst du deine aufgeschriebenen Gedanken zu ordnen, indem du sie in Sinnesabschnitte gliederst oder in Sätze umformulierst.
Bei der Formulierung deines Gedichtes ist es nicht wichtig irgendwelchen Versstrukturen zu folgen. Es können durchaus auch einzelne Worte in einer Zeile stehen oder Sätze abgebrochen werden. Die Zeilen müssen sich nicht unbedingt reimen und auch Metaphern oder andere rhetorische Mittel müssen nicht zwingend vorhanden sein. Bleib authentisch, richte dich nach deiner Fantasie und höre einfach auf dein Gefühl, denn der Ausdruck der Gefühle ist das Wichtigste in jedem Liebesgedicht.
Wenn du mit deinem Gedicht anfangs noch nicht ganz zufrieden bist, ist das nicht schlimm, denn du kannst am Ende immer noch etwas verändern und Sätze oder Worte umformulieren, ersetzen oder tauschen.

Am wichtigsten ist, dass du dich nicht unter Druck setzt. Wenn es nicht auf Anhieb klappt oder dir nichts mehr einfällt, was du in dein Gedicht schreiben könntest, mach einfach eine Pause, lass dir Zeit und schreibe am nächsten Tag weiter.

Die Geschichte der Liebesgedichte

Das Phänomen der Liebeslyrik gibt es schon sehr lange. Sie hat ihren Ursprung aus dem Hohenlied der Bibel, welches eine Ansammlung von Liebesliedern ist, in denen Frau und Mann abwechselnd über ihre Liebe zueinander singen.

Auch in der Antike waren Liebesgedichte schon fest verankert. Der Dichter Ovis hat die Geschichte der Liebeslyrik mit seinen zahlreichen Werken über Liebe, wie beispielsweise Amores, Ars amatoria und Remedia amoris maßgeblich geprägt.

Im 12. und 13. Jahrhundert kam dann der sogenannte Minnesang in den Fokus der Liebeslyrik, bei dem es sich um gesungene Liebesgedichte handelt, die meist zur Verehrung einer Frau dienten.
In der Zeit des Barock von 1620 bis 1680 wurde die Liebeslyrik dann vor allem von den beiden Motiven “vanitas mundi”, welches die Nichtigkeit und das Vorrübergehen des Lebens betont, und
“carpe diem”, welches fordert den Tag bewusst zu nutzen und zu leben, geprägt.

Ihren Höhepunkt hatte die Liebeslyrik schließlich in der Epoche der Romantik. Hier waren Liebesgedichte sehr kunstvoll gestaltet, gefühlvoll und hatten einen Ton, der einem Volkslied ähnelt. Ihren Schwerpunkt lagen Dichter der Romantik auf das Spirituelle und Traumhafte.

In der heutigen Zeit wird die Liebe in Liebesgedichten in allen Facetten und Formen wiedergegeben. Die Sprache wird dabei eher einfach, aber dennoch mehrdeutig gehalten und die Grammatik und Satzzeichen in Form von Zeilenbrüchen, Einwortsätzen etc. richtet sich nach dem Sinn des Gedichtes.

Menü